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STOLPERSTEIN-VERLEGUNG & Regenbogenkino A LOVE TO HIDE
Freitag, 29. Juli 2011, 19:30

Das OGays-Regenbogenkino zeigt heute:KinoALovetoHideklein

A LOVE TO HIDE (Frankreich 2005; Drama; OMU; Regie Christian Faure; FSK ab 16; ca. 103 Min.)


Ort: Forumkino, Hauptstr. 111, 77652 Offenburg

Karten sind ca. 2 Wochen vorher reservierbar unter www.forumoffenburg.de

Eintritt: €0,- Eine Spende an OGays e.V. in Höhe eines üblichen Tickets oder mehr wird erwartet, um den Saal finanzieren zu können! Bei Vorlage der Eintrittskarte gibt's im Tabu alle Getränke an einem Abend außer samstags um €1,- günstiger!

 

Bereits um 19.30 treffen wir uns vor dem Anwesen Hauptstraße 87 (nur wenige Meter vom Kino entfernt), um dort den ERSTEN SCHWULEN STOLPERSTEIN in Offenburg zu setzen. Wir gedenken damit Carl Hermann Günner, der dort gelebt hat und wegen §175 im 3. Reich ins KZ Dachau deportiert und dort am 9.2.1945 ermordet wurde. Frau Lüttgen, in Offenburg für die Stolpersteine als Kontaktperson zuständig, wird auch anwesend sein und uns eine kleine Einführung zum Gesamtkunstwerk "Stolpersteine" geben. Anschließend bis zum Start von Vortrag und Film um 21.30 gemütliches Come-Together in der Forum-Lounge.Stolperstein2FOTO_von_BZkleinweb


Startzeit im Kinosaal diesmal schon 21.30!


Unmittelbar vor dem Film ca. 30-45 Min. Vortrag von William Schäfer (Freiburg) über die Situation der Schwulen in der Nazizeit hier in unserer Region. Er forscht seit Jahren in Archiven und mit Hilfe von Zeitzeugen zum Thema und kann viel darüber berichten und uns diese Zeit näher bringen.

 

Bild links: Ralf Bauer (Vorsitzender OGays e.V.), Gerda Marie Lüttgen  (Initiatorin der Stolpersteine in Offenburg) und Tobias Lauinger  (stellv. Vorsitzender OGays e.V.) (v.l.) päsentieren den Stolperstein beim Pressegespräch mit der Badischen Zeitung. Foto: BZ

 

 

Stolperstein1Inhalt:

Paris 1942. Philippe und Jean müssen ihre Liebesbeziehung vor ihrer Familie und den Nazis verstecken. Philippe arbeitet für die Resistance, Jean führt das Familiengeschäft, eine Reinigung. Als Jeans erste Liebe, die Jüdin Sara auftaucht, deren Eltern von den Nazis ermordet worden sind, nehmen die beiden sie auf und geben ihr eine neue Identität und familiäre Sicherheit. Jeans Bruder aber liebt Sara, will sie haben. Er kollaboriert mit den Nazis, lässt seinen Bruder festnehmen, um ihm seine Macht zu zeigen. Im Laufe der Verhaftung jedoch wird Jean beschuldigt, eine Affäre mit einem Nazi-Offizier zu haben. Man schickt ihn in ein KZ nach Deutschland ... das Unheil nimmt seinen Lauf.

 

Eine erschütternd ehrliche Aufarbeitung des Nazi-Regimes im besetzten Frankreich in all seiner grausigen Realität. Bemerkenswert auch, dass ein französischer Film schonungslos die Kollaboration der Franzosen mit den Nazis zeigt. Drum merke: Nicht jeder war in der Resistance, vor allem dann nicht, wenn's um Schwule ging!


"A Love To Hide ist ein Film, den man nie vergisst!" (Queer Cinema)

 

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Wenn Du möchtest, dann lässt Du Dich in unseren E-Mail-Verteiler aufnehmen. Du erhältst dann unverbindlich die detaillierten Einladungen zu ALLEN unseren Veranstaltungen mit genauen Zeiten usw. per E-Mail zugeschickt.

 

 

 

 

UND SO WAR'S:

Die Stolpersteinverlegung um 19.30 war mit über 40 Teilnehmern so reich besucht wie noch keine zuvor in Offenburg. Es waren nicht nur zahlreiche Vereinsmitglieder und Tabugänger da, sondern auch der eine oder andere engagierte oder interessierte "normale" Bürger war vor Ort. Aus der Politik ließen es sich nicht nehmen, der Zeremonie beizuwohnen: MdB und Stadträtin Sibylle Laurischk (FDP) sowie die Stadträte Stefan Böhm und Jürgen Ochs (Die Grünen), was uns sehr gefreut hat. Neben Gerda Marie Lüttgen, die in Offenburg die Stolpersteine initiiert, waren auch noch Dr. Simon Moser (Leiter Fachbereich Kultur) und Dr. Wolfgang Gall (Leiter Archiv und Museum) anwesend.

 

Nachdem unser Vorsitzender Ralf Bauer die Anwesenden willkommen geheißen hatte, sprach Dirk Stefan Becker für die Rosa Hilfe Freiburg ein Grußwort. Im Anschluss gab es von Gerda Marie Lüttgen einige erläuternde Worte zum Gesamtkunstwerk "Stolpersteine". Ralf Bauer stellte dann die wenigen uns bekannten Lebenstationen von Carl Hermann Günner dar und schlug auch den Bogen in unsere heutige Zeit und kritisierte als ein Beispiel für Diskriminierung, dass heiratswillige Schwulen hier in Offenburg sich nicht im historischen Rathaus trauen dürfen sondern dazu ins Landratsamt müssen. "Macht nicht nur Party! Kämpft weiter um echte Gleichberechtigung und Anerkennung bis zum letzten i-Tüpfelchen und macht kein Geheimnis aus Eurem Schwulsein - Coming Out heißt das Zauberwort. Ganz im Sinne von Harvey Milk sage ich: Sorgt dafür, dass jeder Hetero mindestens einen Schwulen kennt und am besten noch in der Familie hat. Nur dann, wenn wir persönlich bekannt sind, Freundschaften haben, nur dann bekommen wir auch von der heterosexuell geprägten Gesellschaft Unterstützung. Outet Euch bei Familie, Freunden und am Arbeitsplatz, damit sich das Rad der Geschichte nicht irgendwann wieder in die andere Richtung dreht. Auch dazu soll uns der Stolperstein eine Mahnung sein!"

 

Anschließend wurde der Stolpersten vom stellv. Vereinsvorsitzenden Tobias Lauinger fachgerecht verlegt. In der Forum-Lounge traf man sich danach zum Gespräch bei Getränken und Snacks.

 

Um 21.30 dann waren sage und schreibe 64 (!) Zuschauer im Kinosaal anwesend. William Schäfer aus Freiburg ging in seinem Vortrag zunächst allgemein auf die Situation der Schwulen im 3. Reich ein und erzählte uns dann von Fällen hier aus der Umgebung. Der Film A LOVE TO HIDE im Anschluss war dann ein würdiger und äußerst bewegender Abschluss der Veranstaltung. So manchem stand noch nach dem Film die eine oder andere Träne in den Augen.

 

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